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Trumps Pläne könnten unterm Strich positiv für US-Aktien sein

15-02-2017 | Einblicke | Chris Hart, Josh Jones Die Pläne von US-Präsident Donald Trump, Steuern zu senken und Regulierungsbestimmungen zu lockern, könnten unterm Strich positiv für US-Aktien sein, meinen Portfoliomanager von Boston Partners.

In aller Kürze
  • Eine Senkung der hohen Unternehmenssteuern wäre für viele US-Aktien gut
  • Regulierungsänderungen kommen hauptsächlich Banken und Energieunternehmen zugute
  • Einfuhrzölle hätten negative Folgen für US-Unternehmen mit ausländischen Zulieferern
Der populistische neue Präsident der USA hat versprochen, die bekanntermaßen hohen US-Steuern für Unternehmen und Privatpersonen zu senken und Regulierungsbestimmungen zu lockern, von denen die Wall Street und der Energiesektor betroffen sind. Er hat aber auch protektionistische Steuern auf Importe angedroht, damit mehr US-amerikanische Produkte gekauft und mehr Arbeitsplätze in den USA geschaffen werden. Solche Steuern würden US-Unternehmen mit ausländischen Standorten oder Zulieferern schaden.

„Die USA haben immer noch die höchsten Unternehmenssteuern der Welt, und diese müssen gesenkt werden”, sagt Josh Jones, Co-Portfoliomanager des Boston Partners Global Premium Equities-Fonds. „Wenn Unternehmen wachsen und Mitarbeiter einstellen, vergrößert dies die Steuerbemessungsgrundlage in den USA, und das ist zu begrüßen. Die Unternehmen können sich dann auf ihre Stärken in der Produktion konzentrieren und Mitarbeiter einstellen, statt zu überlegen, wohin sie gehen müssen, um ihre Steuerlast zu verringern.”

„Das wäre also eine sehr positive Entwicklung. Die populistische Welle ist entstanden, weil die Menschen es leid sind, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Das ist überall zu beobachten. Protektionismus ist zwar nicht gut für die Unternehmensgewinne und das Wirtschaftswachstum. Die Welt durchläuft aber diese Zyklen. Es ist allerdings schwer einzuschätzen, woran man bei Trump ist. Vieles ist unvorhersehbar, und sich darauf zu fixieren, welche seiner Vorhaben realisiert werden und welche nicht, ist nicht der richtige Ansatz. Vielmehr geht es darum zu verstehen, wie sich seine Politik auf die Unternehmen in unserem Portfolio auswirken wird.”

„Nehmen wir z. B. an, wir haben zwei Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15, von denen wir glauben, dass sie mit Blick auf ihren angemessenen Wert ähnliches Kurspotenzial besitzen. Wenn wir dann aber erkennen, dass eine der beiden Aktien unter Trumps Politik zu leiden haben wird und die andere nicht, wäre es nahe liegend, mehr Geld in Letztere zu investieren. Wir wollen die Risiken minimieren, die daraus resultieren, dass positiv oder negativ wirkende Maßnahmen verabschiedet werden, ohne Eigenschaften des Portfolios aufzugeben.”

Weniger Regulierung – höhere Gewinne

Eine Lockerung von Regulierungsbestimmungen würde sich ebenfalls sehr positiv bemerkbar machen, meint Chris Hart, der leitende Manager des Fonds. „Zurzeit gehen die Erwartungen dahin, dass Trump erstens die Unternehmenssteuern und zweitens die Steuern für natürliche Personen wird senken wollen. Der dritte und vielleicht wichtigste Schritt wird eine erhebliche Lockerung von Regulierungsbestimmungen sein, welche die Obama-Administration bestimmten Branchen auferlegt hat”, erwartet Hart.

„Die bestehenden Regulierungen sind wahrscheinlich ein sehr großes Hindernis, das einer Entfaltung des von der US-Notenbank Fed ausgehenden Multiplikatoreffekts in der Wirtschaft im Wege steht.

Zurzeit gibt es wirklich keinerlei Hinweise auf eine Rezession. Niedrigere Steuern und weniger Regulierung sollten das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Die Wirkung entsprechender Maßnahmen ist sehr schwer zu quantifizieren, sollte unter dem Strich aber auf jeden Fall positiv sein.”

‚Zölle sind normalerweise nicht gut für die Ertragskraft von Unternehmen’

Der größte potenziell negative Aspekt – vor allem für die Schwellenländer, die zum Anlageuniversum des Fonds gehören – sind die angedrohten Einfuhrzölle, sagt Jones. „Wir wissen wirklich nicht, was aus den Gesetzen zu Grenzausgleichssteuern werden wird. Wenn solche Steuern tatsächlich verabschiedet werden, könnte dies die Ertragskraft von Unternehmen erheblich beeinträchtigen”, gibt Jones zu bedenken.

„Zölle sind normalerweise nicht gut für die Ertragskraft von Unternehmen. Dagegen hat sich das Outsourcing im Zuge der Globalisierung positiv auf die Unternehmensgewinne ausgewirkt. Dies rückgängig zu machen, dürfte nachteilige Folgen haben. Allerdings ist unklar, ob Trumps Drohung mit Einfuhrzöllen Teil seiner Verhandlungstaktik ist, um Unternehmen dazu zu bringen, ihre Fabriken in den USA zu belassen, statt ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Wir beurteilen die Risikoexposition unseres Portfolios deshalb sehr vorsichtig, weil wir nicht wissen, welche Maßnahmen tatsächlich verabschiedet werden.”

Bevorzugte Sektoren: Banken und Energie

In den USA hat der Fonds eine klare Präferenz für die beiden Sektoren, die am meisten von Regulierungsänderungen profitieren würden. „Wir sind in US-Banken und -Energieunternehmen übergewichtet”, stellt Jones fest. „Zurzeit sind die größeren US-Banken nicht annähernd so billig, wie sie schon waren. Sie sind aber immer noch angemessen bewertet und besitzen ein gewisses Gewinnsteigerungspotenzial. Außerdem sind sie dabei, Kapital an ihre Aktionäre zurückzugeben. Daher werden wir unsere Übergewichtung beibehalten, bis wir etwas Besseres finden.”

„Einige der US-Energieunternehmen in unserem Portfolio gefallen uns besser als Energieunternehmen aus anderen Teilen der Welt. Vor allem bei Explorations- und Förderunternehmen mit geringer und mittlerer Marktkapitalisierung wie z. B. Diamondback Energy und Parsley Energie, die beide im Permian-Becken tätig sind, sehen wir Anlagechancen. Beides sind sehr gut geführte Unternehmen mit niedriger Kostenbasis und viel versprechenden Fördergebieten.

China: das Problem, über das kaum jemand spricht

Laut Jones haben die Risiken in den Schwellenländern zugenommen, vor allem in China, worüber aber kaum jemand spricht. „Sollte Trump tatsächlich Grenzausgleichssteuern einführen, wäre dies für die Schwellenländer sehr negativ”, sagt Jones. „Am meisten Sorge bereitet uns, dass sich China in einem sehr großen Kreditzyklus befindet. Verglichen mit anderen Bankenkrisen sind das Geldmengen- und Kreditwachstum und das Volumen Not leidender Kredite in China enorm. Die Dimensionen sind größer als die der Sub-Prime-Krise in den USA. Es ist wirklich schlimm.”

„Wenn China weiter Kredite vergeben, die Geldmenge erhöhen und alle Not leidenden Kredite durch neu geschaffenes Geld ersetzen will, muss möglicherweise ein aggressiveres Quantitative-Easing-Programm aufgelegt werden, das wahrscheinlich zu einer Abwertung von Chinas Währung führen würde. Das könnte also ein ernsthaftes Problem für die Schwellenländer und auch für den weiter gefassten Markt darstellen, der gegenwärtig auf den ‚Reflation Trade’ fokussiert ist.”

Bedrohung durch Populismus in Europa

In Europa bietet seit dem Brexit-Votum überraschenderweise Großbritannien die besten Bedingungen für Aktieninvestments, meint Jones. „Die bedeutendste Anlagegelegenheit, die sich in den nächsten sechs bis neun Monaten aus einer Bottom-up-Perspektive heraus bieten könnte, gibt es in Großbritannien.” „Dies ist allein auf Bewertungsunterstützung und die Überreaktion auf den Brexit zurückzuführen. Die Bewertungsunterstützung für viele binnenwirtschaftlich ausgerichtete britische Unternehmen bietet in Verbindung mit stabilen oder besser werdenden Fundamentaldaten Anlagechancen.”

Kontinentaleuropa steht dagegen vor einem schwierigen Jahr. Bei den in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland anstehenden Wahlen könnte die populistische Welle, die zum Brexit-Votum und zu Trumps Präsidentschaft geführt hat, neuen Schwung erhalten. „Die größere Bedrohung für die EU ist ein möglicher Austritt Italiens oder Spaniens”, betont Jones. „Eine nationalistische Bewegung in den USA, die zu Protektionismus führt, ist nicht ‚großartig’, aber in den Griff zu bekommen. Eine nationalistische Bewegung in der EU, die zu deren Zerfall führt, wäre dagegen wirklich gravierend.”

„Dies ist in Großbritannien bereits eingepreist, nicht aber im übrigen Europa. Es sieht zunehmend so aus, dass die Chancen in einer Übergewichtung britischer Aktien und einer Untergewichtung kontinentaleuropäischer Titel liegen. Mit Blick auf die Zukunft halte ich allerdings unsere Anlagechancen in Europa für aussichtsreicher als die in den USA, wo wir nicht so viele gute Anlageideen finden.”